Tragfähigkeit der Unterkonstruktion
Die statischen wie dynamischen Nutzlasten, denen man das abgehängte Deckensystem aussetzen kann, hängen von den Anforderungen hinsichtlich Bruchsicherheit und Schutz vor Verformung ab. Verformung kann hier Durchbiegung oder Verdrehung bedeuten.
Eine Art der Verformung: Ein verdrehtes Profil
Bruchsicherheit
Eine Decke muss unbedingt vor Brüchen oder gar einem kompletten Einsturz, bedingt durch übermäßige Belastung, bewahrt werden. Aus diesem Grunde wird die empfohlene Maximalbelastung für jedes Deckensystem (siehe Montageskizzen) inklusive einer großen Sicherheitsspanne kalkuliert und festgelegt.
Die empfohlene Maximalbelastung kann nur dann angewandt werden, wenn die Decke vollständig ist und in kompletter Übereinstimmung mit der Montageskizze montiert wurde. Konkret heißt das, dass die dort angegebenen Produkte verwendet wurden und dass alle Deckenplatten systemgerecht in die Unterkonstruktion eingesetzt sind.
Während die Profile der Unterkonstruktion und die Abhänger die Tragfähigkeit der Decke bestimmen, haben die Deckenplatten eine wichtige Funktion hinsichtlich der seitlichen Stabilisierung der Profile. Dies spielt besonders dann eine große Rolle, wenn ein Profil exzentrisch belastet wird, was oft zu einer Verdrehung des Profils führt. Vor diesem Hintergrund ist eine zentrische Belastung stets vorzuziehen. Werden beispielsweise Leuchten oder andere zusätzliche Elemente installiert, so muss darauf geachtet werden, dass die Nutzlast zentrisch in die T-Profile übertragen wird.
Durchbiegung
Bei der Festlegung der maximal zulässigen Belastung von Ecophon Deckensystemen spielt immer bereits die Durchbiegung, nicht die Gefahr des Bruches, die entscheidende Rolle.
Abgehängtes T-Profil mit einer Last (F) und der resultierenden Durchbiegung (f).
Wird ein Profil einer Last ausgesetzt, so führt dies stets zu einer Durchbiegung (f). Die Durchbiegung verhält sich proportional zur Last und hängt in hohem Maße vom Befestigungsabstand (L) zwischen den Abhängungen ab. Wird die Last (F) verdoppelt, verdoppelt sich auch die Durchbiegung. Die Durchbiegung wird sogar noch größer, wenn man den Abstand zwischen zwei Abhängungen verdoppelt. So verachtfacht sich dabei beispielsweise die Durchbiegung bei einer Punktlast.
In der folgenden Tabelle, die Empfehlungen zu den maximal zulässigen Nutzlasten für das abgehängte Connect Deckensystem enthält, wurde die baurechtlich eingeführte Norm auf diesem Gebiet berücksichtigt: DIN 18 168. Als entscheidendes Kriterium gilt dort, dass die Durchbiegung höchstens L/500, jedoch nicht mehr als 4 mm betragen sollte. Bereits bei einer Durchbiegung von L/400 wird die Verformung für das menschliche Auge sichtbar.
Beispiel: Für den Befestigungsabstand L=1200 mm beträgt die erlaubte Durchbiegung 2,4 mm.
Empfohlene Nutzlasten
Die Empfehlungen geben Nutzlasten an, die zum Eigengewicht der abgehängten Decke hinzugerechnet werden. Diese Nutzlasten können Punktlasten (Leuchten, Schilder usw.) sein, die beliebig über die Decke verteilt sind, jedoch mindestens einen Meter Abstand voneinander haben müssen. Wird der Abstand der Abhänger zueinander verringert, sind höhere Nutzlasten als die in der Tabelle angegebenen erlaubt. Dennoch gilt, dass schwere Lasten direkt von der Rohdecke abgehängt werden sollten.
Wenn eine zusätzliche Nutzlast über eine Fläche von 0,36 m² (600x600) oder mehr verteilt wird, so kann die Unterkonstruktion eine Last aufnehmen, die um 65% größer ist als die im Hinblick auf Verformung in der Tabelle angegebene empfohlene maximale Nutzlast (vorausgesetzt, die Nutzlast wird an der Unterkonstruktion befestigt). Die tatsächliche Nutzlast muss natürlich auf die Abhänger und Befestigungen abgestimmt sein.
Beispiel: Eine Einbauleuchte der Größe 600x600 mm mit einem Gewicht von 7 kg kann in ein Focus Deckensystem integriert werden, das laut Tabelle eine maximale Nutzlast von 83 N (8,3 kg) tragen kann, wenn die Verteilungsfläche der Last 0,36 m² oder mehr beträgt.
Empfohlende Nutzlast
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Ecophon Deckensysteme gem. der jeweiligen Montageskizze |
Empfohlene max. Belastung hinsichtlich der Durchbiegung (Punktlast (F) mit 1 m abstand) |
Empfohlene max. Belastung hinsichtlich der Durchbiegung mit einer Flächenverteilung größer als 0,36 m² (uniformly distributed loads (q) mit 1 m Abstand) |
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Focus, Gedina, Advantage, Sombra, Hygiene 20mm, Meditec, Super G Plus, Super G 20mm |
50 N (5 kg) |
83 N (8,3 kg) |
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Focus XL1600 in Fluren, Master, Super G 35mm, Hygiene 40 mm |
40 N (4 kg) |
66 N (6,6 kg) |
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Focus XL 1800 in Fluren |
20 N (2 kg) |
33 N (3,3 kg) |
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Focus XL 2000 in Fluren |
10 N (1 kg) |
16 N (1,6 kg) |
Diese Angaben haben unter der Voraussetzung Gültigkeit, dass der Abstand zwischen dem Profilstoß zweier Hauptschienen und dem nächsten Abhängungspunkt nicht größer als ¼ der entsprechenden maximalen Befestigungsabstände ist.
Der Abstand zwischen dem Profilstoß zweier Hauptschienen und dem nächsten Abhängungspunkt darf nicht größer als ¼ der entsprechenden maximalen Befestigungsabstände sein.
Dies bedeutet also, dass bei einem Befestigungsabstand der Abhänger von 1200 mm der Profilstoß zweier Hauptschienen weniger als 300 mm vom nächsten Abhängungspunkt entfernt sein darf. Dies bezieht sich nur auf Lasten, die zentrisch in das T-Profil übertragen werden.
Erläuterungen zu den Begriffen - Belastung
Statische Belastung
Das Gewicht des Deckensystems und das Gewicht der an der Decke befestigten Elemente, wie z.B. Leuchten, Lautsprecher, Lüftungsgitter, Schilder usw.
Dynamische Belastungen
Mechanische Einwirkungen, z.B. das Auftreffen von Bällen in einer Sporthalle oder der Wasserdruck bei einer Deckenreinigung mit Hochdruck.
Eigengewicht (g)
Das Gewicht des Deckensystems (inklusive der Akustikplatten, der gesamten abgehängten Unterkonstruktion und aller Montagezubehörteile). Das Eigengewicht ist immer eine statische Belastung.
Abgehängtes T-Profil mit verschiedenen Belastungen.
Nutzlasten
Alle Lasten, die ein Deckensystem zusätzlich tragen kann, ohne dass bestimmte Grenzwerte überschritten werden. Nutzlasten können statisch oder dynamisch sein und umfassen:
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Flächenlast (q) von Einbauleuchten, Druckunterschieden, Reinigungsvorgängen usw.
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Punktlast (F) von abgehängten Leuchten, Schildern, Schlageinwirkungen usw.
-
Normalkraft (N) ensteht durch Schlageinwirkung, Abrieb, Reinigungs- und/oder Montagearbeiten. Dies ist eine dynamische Last.
Konstruktionslast
Das Eigengewicht der abgehängten Decke zuzüglich der tatsächlichen Nutzlasten.
Tragkraft der Abhängungen und Befestigungen
Die gewählten Abhängungen und Befestigungen, wie z.B. Abhänger, Direktbefestigungsklammern, Schrauben usw., müssen in der Lage sein, die Konstruktionslast (das Eigengewicht der abgehängten Decke zzgl. der tatsächlichen Nutzlasten) mit mindestens dreifacher Bruchsicherheit zu tragen. Alle Connect Schnellspannabhänger und Direktbefestigungsklammern erfüllen diese Anforderungen, vorausgesetzt, dass die Montage gemäß den Ecophon Montageskizzen durchgeführt und die maximale Belastung des Deckensystems berücksichtigt wurde.
Die Lastaufnahme (die maximal erlaubte Belastung) für Connect Abhängungs- und Befestigungselemente findet sich im Kapitel Connect Unterkonstruktion und Zubehör. Die maximal zulässige Nutzlast und die maximale Tragkraft der Befestigungen und Abhänger für jedes einzelne Deckensystem finden sich in den Montageskizzen.
Beispiel: Für ein Ecophon Master A System beträgt die maximal zulässige Nutzlast 40 N (4 kg). Die maximale Tragkraft der Abhänger und Befestigungen beträgt 160 N (16 kg), einschließlich einer dreifachen Bruchsicherheit.
Lastaufnahme der Absorber
Grundsätzlich sollen Schallabsorber nicht direkt belastet werden. In der Decke anzubringende Leuchten, Lüftungselemente usw. sollten stets von der Unterkonstruktion oder direkt von der Rohdecke abgehängt werden.
Die Belastung des Absorbers muss gleichmäßig um die Öffnung verteilt werden.
Ecophon Schallabsorber im Format 600x600 mm und 1200x600 mm können mit kleineren Lasten, wie z.B. Halogenstrahler, belastet werden. Für 20 mm starke oder stärkere Absorber, z.B. Focus oder, gilt hierbei ein Höchstgewicht von maximal 500 g und ein Einbaudurchmesser von höchstens 100 mm. Das entsprechende Maß für 15 mm starke Absorber, z.B. Gedina, beträgt 300 g.
Akustikdeckenplatten, die mehr als 600 mm breit und 1200 mm lang sind, dürfen nicht mit zusätzlichen Lasten versehen werden.
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Solo S |
1200 x 1200 |
2400 x 1200 |
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Montageart |
Belastet |
Unbelastet |
Belastet |
Unbelastet |
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Max. Ausschnitts-
größe (mm) |
600 x 600 |
600 x 600 |
600 x 600 |
1700 x 600 |
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Mindestabstand
(mm) zwischen
Ausschnitten bei: |
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Ausschnittsdurchmesser
oder kurze Seite ≤ 10 mm |
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50 |
- |
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Ausschnittsdurchmesser
oder kurze Seite 11-300 mm |
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150 |
150 |
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Ausschnittsdurchmesser
oder kurze Seite 301-600 mm |
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400 |
150 |
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Max. Belastung je Ausschnitt* (kg) Solo S: |
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Ausschnittsgröße
≤ 100 x 100 mm |
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0,5 (0,25) |
- |
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Ausschnittsgröße
> 100 x 100 mm |
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2,0 (-) |
- |
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Max. Gesamt-
belastung*(kg) Master Solo S |
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4,5 (1,0) |
- |
.
Dynamische Lastaufnahme - Schlagfestigkeit

Die dynamische Lastaufnahme sowie die Schlagfestigkeit sind Maßangaben für die Widerstandsfähigkeit eines Produktes oder Systems gegen eine dynamische Belastung, z.B. Abrieb oder Schlageinwirkung.
Die dynamische Belastung kann ein einzelner Treffer mit einem Ball oder Stock sein. Es kann aber auch eine wiederkehrende Belastung sein, z.B. durch einen Gegenstand, der über einen längeren Zeitraum auf einer Oberfläche hin und her bewegt wird. Eine andere Art der dynamischen Belastung ist der Druckunterschied, der im Raum durch offenstehende Türen oder das Lüftungssystem entsteht.
Das von Ecophon verwendete Prüfverfahren und Klassifizierungssystem zur Prüfung der Ballwurfsicherheit wird im Anhang D der europäischen Norm DIN EN 13964:2004 Unterdecken – Anforderungen und Prüfverfahren beschrieben.
Das Prüfverfahren der DIN EN 13964 basiert weitgehend auf dem der deutschen DIN 18 032, Teil 3. Die DIN EN 13964 definiert jedoch drei Klassen (1A, 2A und 3A), die sich hinsichtlich der Aufprallgeschwindigkeit unterscheiden.
Es wird immer das komplette System getestet (inklusive Abhängung, Profile, Deckenplatten etc.). Bei der Prüfung werden 36 Schüsse aus drei verschiedenen Positionen mit einem Handball mittels eines definierten Ballschussgerätes abgegeben. Ein ähnliches Prüfverfahren wird auch zur Klassifizierung von Wandsystemen angewendet.