Das perfekte Büro

... sollte leise sein, aber nicht langweilig. Das Akustik- und Lichtdesign muss ein produktives Arbeiten ermöglichen.

In Südafrika hat der Green Building Council (GBCSA)  genau so ein Bürogebäude gestaltet. Eine alte Tabakfarik, die zum nachhaltigsten Arbeitsplatz im ganzen Land umgebaut wurde. Von hier aus will der GBCSA dem Arbeitsleben in Südafrika seinen Stempel aufdrücken.

Der erste Eindruck zählt. Wer die neuen GBCSA-Büros betritt, spürt die gekonnte Mischung aus Ruhe und Produktivität.

Brian Wilkinson kommt gerade von einer Testfahrt mit einem Elektroauto zurück. Der Chef des GBCSA ist bekannt für seine Bemühungen um den Arbeitsplatzwandel.

“Nachhaltigkeitsmaßnahmen machen die Büros angenehmer, aber sie helfen auch, die Kosten zu senken und die Mitarbeiter produktiver zu machen.“ Die positiven Folgen sind messbar. Sie zeigen sich in niedrigeren Krankenständen und Leistungssteigerungen. „Der mit Abstand wichtigste unternehmerische Nutzen ist die höhere Mitarbeiterproduktivität.”

Showroom für Behaglichkeit

Komfort und Umweltverträglichkeit waren Kriterien bei allen Aspekten der Bürogestaltung. Wo es nötig ist, gibt es warmes Licht, die Stühle sind ergonomisch und es wird gern gesehen, wenn die Mitarbeiter zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit kommen. Das Gebäude ist mit Technik vollgestopft. Es gibt Dichtheitsprüfsysteme, Präsenzmelder und ein energieeffizientes Heizsystem.

Das nachhaltigste Bürogebäude in Afrika

Das GBCSA-Gebäude liegt im 70.000 Quadratmeter großen Schwarzflusspark am Stadtrand von Kapstadt. Von dort bietet sich ein fantastischer Blick auf den Löwenkopf und die Teufelsspitze, die beide zum Tafelberg und damit zum Weltkulturerbe gehören.

Voraussetzung für die Verpachtung war eine ökologische Ausrichtung des gesamten Büroparks. Heute gilt das Areal als grünster Arbeitsplatz in Afrika, ein überzeugendes Argument für neue Mieter. Die Sonnenkollektoren auf dem Dach erzeugen beeindruckende 1,2 Megawatt, das Parterre teilt sich eine hochmoderne Recyclinganlage mit Ökogärten. Spezialfenster und Balkone reduzieren die Wärme und Sonneneinstrahlung in allen Gebäuden.

Vor seiner Umwidmung war das Gebäude eine Tabakfabrik, anschließend eine Lackfabrik und dann ein Biotech-Labor. Jetzt ist es ein Paradebeispiel für intelligentes Recycling. Aus dem alten Lastenaufzug ist eine einladende Bibliothek geworden, aus dem Altholz wurde eine Skulptur und die alten Autoreifen dienen als Stühle. Die Teppiche sind aus alten Fischnetzen.

Prototypen schaffen Möglichkeiten

Der GBCSA überzeugte Hersteller, das Bürogebäude als Vorführ- und Testmodell für neue Ideen zu nutzen.

 “Wir haben etwas Neues geschaffen“, freut sich Wilkinson, „einen Ort, der anregend, skurril und visuell aufregend ist. Das Arbeiten macht mehr Spaß, ist gesünder und viel spannender geworden. In so einer Umgebung gedeihen Produktivität und Rentabilität.”

Technikmanagerin Jenni Lombard weiß, dass Kapstadt keine einfache Stadt ist. Sie liegt an der Spitze eines Kontinents, zwischen dem Indischen und dem Atlantischen Ozean, und mitten durch die Stadt zieht sich eine Bergkette. „Das sorgt für extremes Wetter. Im Sommer ist es heiß und hell, im Winter kalt, dunkel, windig und feucht.”

Doch im Büro ist es immer behaglich. Dafür sorgen nicht zuletzt die natürlichen Lichtinseln und ein durchdachtes Licht- und Klimamanagement, das der Produktivität zugutekommt. Bei starkem Sonnenlicht werden automatisch die Jalousien heruntergefahren. Sie reflektieren das Licht und absorbieren die Wärme.

Akustikberatung

Die ungewöhnliche, meditative Ruhe im Großraumbüro ist das Ergebnis einer gut durchdachten Anordnung von Akustikplatten an den Decken und Wänden. „Viele Großraumbüros sind laut und haben eine schreckliche Akustik“, sagt Lombard. „Wir haben mit unserer Planung eine Mischung aus Geselligkeit und Ruhe angestrebt.”

Flexible Räume

Bei der Raumgestaltung wurde auf Flexibilität geachtet. Der große, zentrale Bereich kann für Konferenzen, Präsentationen oder als Lounge genutzt werden.

“Nicht jeder kann seine Produktivität am Schreibtisch entfalten“, weiß der Technische Leiter Manfred Braun, „also haben wir eigene Bereiche zum Arbeiten, Entspannen, Grübeln und Kooperieren geschaffen.”

Nachhaltigkeit für den Menschen

Jenni Lombard erklärt, dass es ihrer Organisation um die Lebensqualität geht. „Nachhaltige Gebäude sind menschenfreundliche Gebäude. Unser Schwerpunkt ist die Umweltqualität des Innenraums. Luftqualität, Temperatur, Licht, Schall und Pflanzen – das sind alles für den Menschen wichtigen Aspekte.”

Ein dichtes Spalier aus ortstypischen Pflanzen wie der Fetten Henne und Bogenhanf sorgt für sauerstoffreiche Luft. Die Pflanzen wurden ausgewählt, weil sie reichlich Kohlendioxid und flüchtige organische Verbindungen binden und überdurchschnittlich viel Sauerstoff abgeben.

“Das ist ein großartiger Ort“, findet auch Technikerin Lesley Sibanda. „In unserem alten, beengten Büro haben mich die Telefonanrufe gestört, aber hier kann ich mich richtig konzentrieren. Und während ich früher viel zu Hause gearbeitet habe, gehe ich jetzt wieder gern ins Büro.”

Die Bürogestaltung fördert die Zusammenarbeit: „Wir kombinieren die Vorteile von Großraumbüros und Privatsphäre. Wir können uns mit Kollegen austauschen, aber bei Bedarf auch zurückziehen. Die Arbeit macht jetzt viel mehr Spaß.”

Als Finanzchefin ist sich Pardon Mutasa über die Kostenvorteile der Gebäudeeffizienz durchaus im Klaren, „aber wir sparen nicht nur einfach Geld. Der höhere Sauerstoffanteil in der Luft steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Die Kollegen sind entspannter, umgänglicher, und durch den Großraumcharakter können sich die unterschiedlichen Charaktere gegenseitig befruchten.”

Anregungen für bessere Gebäude

Der Green Building Council of South Africa ist eine unabhängige, gemeinnützige Mitgliedsorganisation zur Förderung nachhaltigen Bauens in Südafrika.

Er überwacht die Nachhaltigkeit in der Entwurfs-, Bau- und Betriebsphase. Der Rat sieht nachhaltige Gebäude als eine Möglichkeit, Ressourcen effizient zu nutzen und gesündere, produktivere Umgebungen zu schaffen. Mit seinen Ressourcen – Tools, Schulungen, Wissen, Kontakte – fördert er das Nachhaltigkeitsdenken im Land.

Der GBCSA ist eines der über 100 Mitglieder des World Green Building Council. Er hat das Ratingsystem „Green Star SA“ entwickelt und ist für die Zertifizierung verantwortlich.

 

   

Nachfolgende Produkte wurden für die raumakustische Gestaltung des Bürogebäudes der Green Building Council Südafrika eingesetzt:

 

Text: Jonathon Rees
Foto: Rodger Bosch

 

Dieser Artikel ist aus dem Magazin ECO for Sustainable Design - Büro. Lesen Sie mehr im  Online MagaziniPad Download oder Android Tablet.  

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