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Akustikforschung für die Altenpflege

Akustikforschung für die Altenpflege

Schlechtes akustisches Design ist nicht nur unangenehm, sondern auch ungesund. Besonders Senioren in Pflegeheimen sind davon betroffen. Nicole van Hout erforscht die Akustik in Seniorenheimen.

Zum ersten Mal wird jetzt die Bedeutung der Akustik für die Altenpflege wissenschaftlich untersucht. Nicole van Hout leitet die Forschungsarbeiten. Die Forscher untersuchen, welche Auswirkungen die Umgebungsbedingungen auf die Lebensqualität von Heimbewohnern haben. Im Rahmen des Projekts sollen auch Akustikrichtlinien ausgearbeitet werden, die später in die Leistungsanforderungen für Gebäude einfließen könnten.

Lärm führt zu Stress, Nicole van Hout hält die geplanten Richtlinien für sehr wichtig: “Ein hoher Geräuschpegel beeinträchtigt unsere Gesundheit erheblich. Geräusche sind Druckwellen. Sie wirken auf den Körper und können Stress auslösen. Davon sind selbst junge, gesunde Leute betroffen, erst recht aber ältere, gebrechliche Menschen.”

Laute Hintergrundgeräusche führen nachweislich zu Stress, Bluthochdruck, Müdigkeit und Schlafproblemen, werden in der Altenpflege aber nur selten thematisiert. Nicole van Hout ist damit unzufrieden: „Ältere Demenzkranke reagieren viel empfindlicher auf Sinnesreize. Laute Hintergrundgeräusche können Stress, Aufregung und sogar Aggressionen verursachen.”

Bei älteren Menschen tritt ein weiteres Problem auf: Eine geräuschvolle Umgebung beeinträchtigt die Verständlichkeit von Sprache und erschwert Gespräche.

“Rund 64 Prozent aller 80-jährigen sind hörgeschädigt oder leiden, wie Fachmediziner sagen würden, unter Presbyakusis. Schwerhörige Senioren verstehen andere Menschen schlechter und haben Probleme, sich an Gesprächen zu beteiligen. Letztlich droht ihnen soziale Isolierung und Einsamkeit.”

Die Teilnehmer an dem Forschungsprojekt wollen erreichen, dass Architekten und Inneneinrichter die Raumakustik nicht mehr als Nebensächlichkeit behandeln. „Gute Akustik ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.”

At age 80, about 64% of people are hearing impaired.

Rund 64 Prozent aller 80-jährigen sind hörgeschädigt. 

Nicole van Hout weiß: „Gute Akustik muss nicht teuer sein, wenn sie bei der Planung berücksichtigt wird. Eine schallabsorbierende Akustikdecke verkürzt die Nachhallzeit und verbessert die Sprachverständlichkeit deutlich.”

Die Effekte sind spür- und messbar. Wissenschaftlern stehen mehrere akustische Parameter zur Verfügung: die Nachhallzeit, der Sprachverständlichkeitsindex und der Hintergrundgeräuschpegel gehören dazu. „Seniorenheime können akustische Verbesserungen mit harten Fakten belegen“, erklärt Nicole van Hout.


Text: Aliëtte Jonkers

Fotos: Petra Appelhof und Ingredientmedia.

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