Artikel Akustikdesign in Sportstätten

Technische Hilfe zur Raumakustik – ein entscheidender Beitrag!

Sport und Lärm scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein: Rufen, Springen, Rennen, aufprallende Bälle und Trillerpfeifen gehören zum täglichen Programm. In Sporthallen ist daher mit einem relativ hohen Geräuschpegel zu rechnen, für die besonders angepasste akustische Maßnahmen getroffen werden müssen.
Darüber hinaus erfordert der Sportbetrieb Anweisungen und Rufe meist über größere Distanzen. Harte Oberflächen führen schließlich dazu, dass der Schall verstärkt und in der Halle verteilt wird, so dass die Sportler oder anderweitig beschäftigten Personen sich auch dann gegenseitig stören, wenn sie sich an entgegengesetzten Enden des Raums aufhalten.

Die Folgen: Lärm als Gesundheitsproblem

Die fatale Krux an Lärm: Menschen müssen sich gegenseitig übertönen, um trotz der Geräuschkulisse gehört zu werden. Schall bringt also noch mehr Schall hervor. In diesem Zusammenhang haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass ein schlechtes akustisches Umfeld nicht nur die Kommunikation im Sportunterricht erschwert, sondern dass die hohen Lärmpegel auch negative Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit der Sportler, Trainer, Schüler und Lehrer mit sich bringen. In manchen Fällen kann der Schallpegel so hoch sein, dass er bei regelmäßigem Training bzw. Sportunterricht zu einer dauerhaften Schädigung des Gehörs führt. Anforderungen an die notwendige Sicherheit in Sportstätten (z.B. die Verständlichkeit von Warnhinweisen) und weitergehenden Anforderungen durch eine eventuelle Mehrzwecknutzung unterstreichen die besondere Bedeutung einer durchdachten Akustikplanung in Sporthallen. Dies erfordert nicht zuletzt eine sorgsame Material- und Konstruktionsauswahl, die hervorragende akustische Qualität mit einer gleichzeitig extremen mechanischen Belastbarkeit vereint.

Akustik-Lösungen für Sportstätten

Die Beschäftigung mit den raumakustischen Planungszielen der DIN 18032-1 und DIN 18041 für Sporthallen kann für alle Beteiligten zu einem gesünderen Sporterlebnis beitragen und mehr Spaß am Sport bringen.
Folgende Maßnahmen sind dafür von zentraler Bedeutung:

• Höchstabsorbierende Ausstattung der Deckenfläche: Verwendung von Materialien gemäß DIN EN ISO 11654 der höchsten Absorptionsklasse A.
• Gleichmäßige Verteilung der Absorption durch eine möglichst vollflächige Deckenbelegung. Für eine ausgeglichene akustische Grundversorgung der Sporthalle über die Hallendecke sind größere zusammenhängende Deckenflächen ohne Absorptionsvermögen möglichst zu vermeiden.
• Zertifiziertes Material mit Prüfung auf Ballwurfsicherheit nach DIN 18032-3.
• Wenn möglich: zusätzliche Funktionsflächen schaffen. Die Schallfeldstruktur in Sporthallen ist in der Praxis oft nicht hinreichend diffus, damit Absorptionsmaterial – welches ausschließlich im Deckenbereich angebracht ist – seine volle Wirkung entfalten kann. Beispielsweise entstehen durch die oft außerordentlich langen Schallwege in Sporthallen nicht selten störende Echoeffekte. Um diese zu verhindern und eine ausgeglichene Akustik der Sporthalle zu erreichen, ist neben der absorbierenden Deckenbelegung in der Regel mindestens eine akustisch gestaltete Wandfläche notwendig.
• Materialien mit zusätzlichen vorteilhaften Eigenschaften verwenden: Geringes Konstruktionsgewicht, hohe Lichtreflexion, leichte Integration von Leuchten, Heizelementen, Lautsprechern etc.

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www.ecophon.de

 

Dipl.-Ing. (FH) Rainer Machner
Key Account Consultant for Room Acoustics
E-Mail: Rainer.Machner@ecophon.de