City Carré Magdeburg

Von der schnellen Besorgung bis hin zum ausgedehnten Einkaufserlebnis mit kulinarischem Finale: In Zeiten des boomenden Online-Handels können Shoppingcenter punkten, wenn sie ihre Kunden auf vielfältige Weise mit allen Sinnen bedienen. Nach einem grundlegenden Umbau drückt sich dieser Anspruch im City Carré Magdeburg in einer hochfunktionalen und ebenso ästhetisch einladenden Gestaltung aus. Akustische Deckenelemente, die funktional und visuell beeindrucken, steigern den Wohlfühlfaktor.

Showcase/Galerie Freizeiteinrichtung Restaurants Verkaufsraum Solo Baffle Wave

Projekt: City Carré Magdeburg

Bauherr: City Carré Magdeburg GmbH + Co. KG

Projektsteuerung u. Bauherrenvertreter: Walter Wiese Architektur Consulting (WW-AC)

Architekten: arc architekturconzept GmbH (www.arc-architektur.de)

Verkaufsfläche: 25.000 m2

Gesamtfläche: 105.000 m2

Geschäfte: 50

Besucher: ca. 25.000 pro Tag

Erbaut: Oktober 1997

Planungsbeginn der Sanierung: März 2019

Fertigstellung der Sanierung: Oktober 2020

Geplante Eröffnung: Frühjahr 2021

 

Shopping bei niedrigem Schallpegel

Wer den Magdeburger Bahnhof über den Nordwest-Ausgang verlässt, sieht sich unweigerlich der imposanten Glasfront des City Carrés gegenüber. Mitten im Stadtkern der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt, fußläufig nur wenige Minuten vom historischen Dom entfernt, ist der fünfstöckige Gebäudekomplex mit einer Gesamtfläche von mehr als 100.000 m2 ein echter Blickfang. Während sich in den Obergeschossen zahlreiche Unternehmen mit Büros eingemietet haben, führt im Erdgeschoss eine helle, geschlängelte Passage zu vielen kleineren und größeren Geschäften. Sie ist das Kernstück eines grundlegenden Umbaus, der das Shopping- und Fachmarktcenter für Konsumenten und Mieter wieder attraktiver machen soll, nachdem es etwas in die Jahre gekommen war.

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Die verspielte Wegführung ermöglicht eine kundenzentrierte Ansprache und stellt eine bewusste Abkehr von der ehemals gradlinig, diagonal verlaufenden Mall dar. Wo Besucher früher ohne Umschweife vom Eingang auf den Ausgang schauten und sich dadurch womöglich zur Eile animiert sahen, schufen Walter Wiese Architektur Consulting (Projektsteuerung und Bauherrenvertreter) und die arc architekturconzept GmbH (Architekten) neue Blickachsen und setzten damit einen Akzent auf Entschleunigung. Durch den schlangenförmigen Verlauf der Mall realisierten sie auch einen moderneren Zuschnitt der Läden, die in vier Quadranten angeordnet sind: Statt in die Tiefe gehen die Shops nun stärker in die Breite, was unter anderem den Vorteil größerer Schaufensterflächen bietet. Zusätzliche Sitzmöglichkeiten, ein Food-Court und ein veränderter Branchenmix, der generell stärker das Segment „Essen und Trinken“ bedient, laden zum Verweilen ein. Eine akustisch wirksame Deckengestaltung, die sich optisch bestens in die Umgebung einpasst, trägt ihr Übriges dazu bei.

Konzeption und Umsetzung  

„Das Refurbishment im City Carré war mit dem Leitgedanken verbunden, die Standortattraktivität durch ein bedarfsgerechtes Ladenangebot zu erhöhen und damit auf einen gewissen Leerstand zu reagieren“, sagt Walter Wiese. Zugute kam ihm dabei, dass er zuvor bereits den Umbau von rund 20 Einkaufszentren begleitet hatte. In Hinblick auf die Einhaltung von Terminen und Kosten legte Wiese besonderen Wert darauf, ein lokales Architekturbüro mit guter Vernetzung zum örtlichen Bauordnungsamt ins Boot zu holen. Diesen Partner fand er in der arc architekturconzept GmbH.

Während das Modernisierungskonzept im Untergeschoss und im 1. Obergeschoss, in denen ebenfalls Läden untergebracht sind, nur punktuelle Änderungen an Zuwegungen vorsah, lag der Fokus von Anfang an maßgeblich auf dem Erdgeschoss. Hier bildet der neu angelegte Food-Court mit zahlreichen Imbissen und Sitzmöglichkeiten das Herzstück der Mall, das vor allem auch den Büromitarbeitern aus den oberen Geschossen ein vielfältiges Mittagsangebot bietet.

Eine räumliche und gestalterische Untergliederung erfährt der Food-Court durch die umliegende Passage. Entsprechend der kurvigen Wegführung gehen am Boden dunkler Naturstein und robustes Kopfholzparkett geschwungen ineinander über. Die Materialen habe man bewusst kontrastreich gewählt, sagt Vera Wassersleben, die bei arc Architekten für den kreativen Part verantwortlich zeichnete:

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„Der steinerne Belag auf Seiten der Läden symbolisiert Schnelligkeit und Dynamik, das Parkett und die hölzerne Lamellenverkleidung der Wände auf Seiten des Food-Courts stehen für das Langsame und Gemütliche.“

Entspanntes Einkaufserlebnis dank wirksamer Akustik

An der Decke wiederholt sich die parabolische Formgebung des Bodens durch die wirksame Inszenierung einer LED-Beleuchtung in Kombination mit lamellierten Deckenelementen. Letztere verfügen außerdem über hervorragende akustische Eigenschaften und tragen damit maßgeblich zu einer entspannten Atmosphäre bei.

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„Eine gute Klangfarbe in allen öffentlichen Bereichen, in denen sich Leute, unterhalten, essen oder ausruhen, war ein tragender Pfeiler des Konzepts“, sagt Walter Wiese.

Denn letztlich gehe es darum, die Kundschaft möglichst lange vor Ort zu halten – und ein stressfreies Einkaufserlebnis wirke sich positiv auf die Verweildauer aus.

Nach Anfertigung eines Deckenspiegels mit verschiedenen Mustern entschieden sich die Beteiligten für eine Lösung mit wellenförmigen Baffeln. Laut Sandra Oheim (arc Architekten) sei es damit auf der einen Seite gelungen, die verspielte Struktur der Mall elegant und visuell ansprechend fortzuführen. Auf der anderen Seite habe man den Schallpegel effektiv reduzieren können, der vor allem in älteren Einkaufszentren häufig ein Problem darstelle und für ein ungemütliches Klima sorge.

Konkret fiel die Wahl auf Ecophon Solo Baffle Wave. Die rahmenlosen Schallabsorber in Baffelform kombinieren ausgezeichnete Akustikeigenschaften mit einem modernen Wellendesign. Vertikal montiert, akzentuieren sie den Raum mit rechtwinkligen, farbbeschichteten Kanten. Im City Carré Magdeburg wählten die Gestalter die weiße Produktvariante. Darüber hinaus ist Ecophon Solo Baffle mit dem Grundmaterial Glaswolle auch in diversen anderen Farben und Formen erhältlich. Gemäß DIN EN ISO 1182 (nicht brennbar) werden höchste Anforderungen an den Brandschutz erfüllt.